Freitag, 15. Mai 2015

20 Jahre Krötenzaun - was nun?

Seit 20 Jahren werden an der L4113 und an der B26 jährlich etwa 1200 m Krötenzaun aufgestellt und betreut, um das Aussterben der Amphibien im Gebiet Würflach / Willendorf zu verhindern. Dabei wird auch eine Bestandszählung durchgeführt. Leider müssen wir trotz der Krötenzaunaktion einen steten Rückgang der Erdkröten feststellen:
Heuer konnten an der L4113 nur mehr 105 Erdkröten und 6 Frösche, an der B26 gar nur 68 Erdkröten und 4 Frösche gezählt werden.

Natürlich gibt es mehrere Faktoren, die unsere Amphibien an den Rand des Aussterbens gebracht haben: der Verlust von Feuchtlebensräumen (Trockenlegung von Feuchtwiesen, Zuschütten von Tümpeln, Umwandlung von Feuchtwiesen in Ackerland), Verlust der Durchgängigkeit von Amphibienwanderstrecken durch die Errichtung von Zaunsockeln, Straßenverkehr.

Mit unseren Krötenzäunen können wir die Bedrohung durch den Straßenverkehr bei der Wanderung der Tiere zu den Laichgewässern deutlich reduzieren. Aber anders sieht das Ganze schon bei der Abwanderung der Jungtiere im Sommer aus. Auch die Jungtiere müssen die Straßen überqueren. Ebenso die adulten Tiere bei der Rückwanderung in ihre Winterquartiere. Es ist unmöglich, diese Wanderungen durch Krötenzäune zu sichern.

Einzig ein fix installiertes Amphibienleitsystem, welches am Markt schon seit vielen Jahren angeboten wird, kann hier effiziente Abhilfe schaffen. Bei einem solchen fix installierten System beidseits der Straße werden die Amphibien zu Durchlässen unter der Straße geleitet, die sie dann sicher durchqueren können. Seit nunmehr ebenfalls 20 Jahren drängen wir auf die Errichtung eines solchen Systems zumindest an der B26. Leider ohne Erfolg.

Die Bestände der Amphibien sind trotz Krötenzaunaktion dramatisch zurückgegangen und es ist kein Umdenken bei den Verantwortlichen in der Politik in Sicht.

Was nun? Müssen wir dem Artensterben chancenlos zusehen? Werden unsere Enkelkinder Kröten und Frösche nur noch aus dem Bilderbuch kennen?

Aufbau des Krötenzauns an der B26
warum geben wir diesen interessanten Tieren keine Chance?


Sonntag, 15. Februar 2015

Fledermausschutz im Winter - was kann man tun?

Wie bereits mehrmals erwähnt: alle 29 in Österreich lebenden Fledermausarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Ein wichtiger Faktor ist die Erhaltung der Winterquartiere!
Hier unterscheiden wir die Quartiere in Höhlen, Stollen, Kellern und die der baumlebenden Arten in den Baumhöhlen alter, starker Bäume.

Was kann der Einzelne zum Schutz der Fledermäuse im Winter beitragen?

Die Tiere, die ja nur ein paar Gramm wiegen (Zwergfledermaus: 3,5 Gramm), brauchen ihre Energiereserven, die sie während des Sommers gespeichert haben, um den Winter zu überleben. Das heißt, jede Störung der Tiere bedeutet für diese einen unnötigen Energieverlust, der zum Tod führen kann. Somit sollten Winterquartiere möglichst nicht betreten werden, die Tiere nicht durch Beleuchten oder durch Einbringung von Wärme gestört werden.
Wichtig zu wissen ist auch, dass mit Ausnahme der beiden Hufeisennasenarten die meisten Fledermäuse während der Winterruhe, zum Schutz gegen die Kälte, oft tief in engen Spalten verkrochen überwintern und für uns kaum sichtbar sind. So würde das Entzünden von Feuer in einer Höhle oder einem Stollen zum Ausräuchern der schlafenden Tiere führen.
Sinnvoll erscheint auch, wichtige Fledermaus-Winterquartiere mit fledermausgerechten Absperrungen zu versehen, um während des Winters den Zutritt zu verhindern.


vorbildliche Fledermaustür beim Langen Loch (Flatzer Wand)

Sollte jemand erfahren oder beobachten, dass Stollen oder Keller zerstört (verfüllt, zugesprengt, zugemauert) werden sollen, so sollte das umgehend gemeldet werden, denn es könnte sich um ein potentielles Fledermaus-Winterquartier handeln. Leider sind vor einigen Jahren in Niederösterreich viele Stollen verfüllt und zugeschüttet worden und dabei wertvolle Quartiere zerstört worden.

Bei den baumlebenden Fledermausarten geht es vor allem um die Erhaltung alter Bäume (alte Baumriesen stellen an sich ein wertvolles Biotop, nicht nur für Fledermäuse, dar). Gegen die Rodung alter Bäume sollte versucht werden entgegenzuwirken und die negativen Folgen aufzuzeigen. Leider kommt es derzeit wieder zu verstärkten Rodungen alter Bäume in unserer Region.

Ja, durch kleine Beiträge und die Aufmerksamkeit vieler Naturliebhaber kann einiges bei der Erhaltung von Fledermaus-Winterquartieren erreicht werden!


Sonntag, 8. Februar 2015

Unser Beitrag zum Fledermausschutz: die jährlichen Winterkontrollen

Unser Beitrag zum Fledermausschutz besteht vorwiegend in der jährlichen Kontrolle der uns bekannten Winterquartiere. Das sind jene Keller, Höhlen und Stollen, in denen die Fledermäuse ihre Winterruhe halten. Beim gesamten Fledermausschutz arbeitet unser Fledermausteam eng mit der KFFÖ (Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -Forschung in Österreich) zusammen, ein professionelles Expertenteam, das uns mit dem nötigen Fachwissen und entsprechender technischer Ausrüstung unterstützt.


Ausstieg aus dem Aquaduktstollen (Winterkontrolle 2015)

Was ist der Sinn dieser Winterkontrollen?

Bei diesen Kontrollen wird eine jährliche Bestands- und Artenkontrolle durchgeführt. So erfahren wir mehr darüber, welche Fledermausarten in welcher Anzahl in unserer Region leben. Diese Daten werden von uns an die KFFÖ weitergegeben und stehen somit österreichweit zur Verfügung. Diese Daten bilden die Grundlage für nationale und regionale Programme (Schutzmaßnahmen oder Forschungsaufträge) zum Schutz einzelner Arten. Im Rahmen von gesamteuropäischen Projekten werden die Daten bei Bedarf auch auf europäischer Ebene verwendet.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist, das die Qualität der Quartiere jährlich begutachtet wird und auf negative Veränderungen sofort reagiert werden kann.

Was sind die Ergebnisse der Winterkontrollen in unserer Region?

Da wir natürlich nur einen kleinen Teil der Quartiere überhaupt kennen, kann daraus auch nur eine sehr beschränkte Aussage zu den Fledermausbeständen gemacht werden. Es freut uns natürlich, die stark bedrohte Große Hufeisennase und die stark bedrohte Mopsfledermaus in den Kellern und Stollen der Umgebung finden zu können, einen Rückschluss auf den Gesamtbestand können wir aber nicht ziehen. Dies ist nur mit den österreichweit gesammelten Daten bei der KFFÖ möglich.

Bezüglich der Erhaltung der Winterquartiere gibt es leider einige negative Meldungen: So wurde der unter NATURA 2000 - Schutz stehende St. Johannstollen nahezu vollständig verfüllt, vom Werkskanalstollen blieb nur noch ein mit Ringen ausgelegter Schacht übrig und der Friedhofsstollen wurde zur Gänze zugeschüttet. Somit haben wir ein sehr wichtiges und zwei kleinere Winterquartiere in den letzten Jahren verloren.
Positiv zu vermerken ist jedoch, dass auf Grund unserer Mitteilung an die NÖ Umweltanwaltschaft die Verfüllung der drei großen Stollen Blindendorf A, Blindendorf B und Semperit von dieser gestoppt wurde und sich in diesen die Zahl der überwinternden Fledermäuse wieder langsam mehrt.


Winterkontrolle im Langen Loch (Flatzer Wand)

Vermeidung von Störungen in Winterquartieren:
Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Winterruhe der Fledermäuse möglichst nicht gestört werden darf, da die Tiere bei unnötigen Störungen lebensnotwendige Energiereserven verbrauchen würden.
Auch wir nehmen darauf Rücksicht: so wird jedes Winterquartier nur einmal pro Winter besucht, das Fotografieren der Tiere wird auf ein minimales Ausmaß beschränkt und die Quartiere werden nur in kleinen Gruppen betreten um die unnötige Einbringung von Wärme hintanzuhalten.


Sonntag, 1. Februar 2015

Die "österreichische" Fledermaus - das Graue Langohr

Das Graue Langohr hat seinen (international einheitlichen) lateinischen Namen plecotus austriacus erhalten, weil ein Österreicher diese Art 1960 für Mitteleuropa neu entdeckt hat. Es gehört (logischerweise) zur Familie der Langohren. Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass es nur zwei Langohrenarten in Österreich gibt: das Braune Langohr und eben das Graue Langohr. Fledermausforscher haben aber schon immer geahnt dass es noch eine dritte Art gibt, die aber sehr schwer von den beiden anderen zu unterscheiden ist. Inzwischen konnte man auf Grund der besseren technischen Möglichkeiten in der Fledermausforschung diese dritte Art tatsächlich nachweisen.

Warum der Name Langohr? Diese Arten haben wirklich extrem lange Ohren (Ohrlänge 31 - 41 mm), mit denen sie im Jagdflug ihre Ultraschallortung optimal nutzen können. Problematisch sind die langen Ohren aber im Winter. Da müssen die Tiere Acht geben, dass ihnen nicht die Ohrenspitzen abfrieren. Da die Fledermäuse ja quasi mit den Ohren sehen (Ultraschallortung), wäre das Abfrieren der Ohrenspitzen fatal. Daher klappen sie ihre langen Ohren im Winterschlaf einfach unter ihre Flügel, um sie warm zu halten. Was wir dann zu sehen bekommen, ist keineswegs das Ohr, sondern nur der Dragus!

Das Jagdbiotop des Grauen Langohrs sind Kulturlandschaften bis etwa 400 m Seehöhe, wo sie Nachtfalter, Zweiflügler und kleine Käfer jagen. Sie meiden größere Waldgebiete und zählen zu den wärmeliebenden Arten. Die sehr kleinen Wochenstuben (meist nur 10-30 Weibchen) befinden sich in Dachböden, wo die Weibchen ein Junges bekommen. Als Winterquartiere werden Höhlen, Stollen und Keller genutzt. Die Grauen Langohren sind sehr ortstreu, meist liegen die Sommer- und Winterquartiere in einem Radius von maximal 20 km.

Bei unseren Winterkontrollen konnten wir in zwei verschiedenen Stollen im Schwarzatal jeweils ein Graues Langohr nachweisen.


Graues Langohr plecotus austriacus im Winterquartier
Die Ohren sind nicht sichtbar unter den Flughäuten versteckt


Leider ist der Bestand des Grauen Langohrs in den letzten Jahren laut Berichten der Fledermausforschung deutlich rückläufig.

Steckbrief Graues Langohr:
Länge Kopf-Rumpf: 41-58 mm (im Vergleich: Ohrlänge 31-41 mm)
Spannweite: 255-292 mm
Status: gefährdet (aber besonders in den letzten Jahren stark abnehmend)





Sonntag, 25. Januar 2015

Spezialist für harte Sachen - die Breitflügelfledermaus

Die Breitflügelfledermaus gehört zu den großen Arten. Sie lebt und jagt vorwiegend im menschlichen Siedlungsraum mit Parks, Gärten und Wiesen. Die Sommerquartiere und Wochenstuben befinden sich vorwiegend in Dachböden, wobei sie sich eher versteckt im Firstbereich hinter Balken und Dachlatten befinden. Einzeltiere finden sich auch hinter Fensterläden. Die Winterquartiere befinden sich in Kellern, Höhlen oder Stollen, fallweise ist sie auch in Kirchen hinter Bildern oder in Holzstößen anzutreffen.
Die Breitflügelfledermaus ist bei uns immer wieder anzutreffen und auch leicht zu erkennen: groß, schwarze Ohren und schwarze Schnauze. Sie zählt zu den ortstreuen Arten und jagt in unmittelbarer Umgebung ihres Quartiers nach Nachtfaltern und Käfern. Dabei ist es ihr auf Grund ihrer besonders ausgeprägten Kiefermuskulatur auch möglich harte Chitinpanzer von Käfern durchzubeissen!

Bei unseren regelmäßigen Sommerkontrollen finden wir auch immer wieder Einzeltiere in Dachböden oder hinter einem Fensterladen, eine Wochenstube ist uns aber nicht bekannt. Im Winter können wir in einem Stollen immer wieder ein bis zwei Breitflügelfledermäuse zählen, wobei diese je nach Temperatur frei an der Stollenwand sitzen oder tief in einen Gesteinsspalte gequetscht überwintern.

Wie bei allen Dachbodenbewohnern gilt es, Einflugöffnungen frei zu halten und bei der Auswahl von Holzschutzmitteln darauf zu achten, dass diese für Säugetiere unschädlich sind!



Breitflügelfledermaus im Winterquartier (Aquaduktstollen)

Steckbrief Breitflügelfledermaus:
Größe Kopf-Rumpf: 62,6 - 82 mm
Spannweite: 315 - 381 mm
Gewicht: 14,4 - 33,5 Gramm
Status: gefährdet

Sonntag, 18. Januar 2015

Vom Aussterben bedroht - die Mopsfledermaus

Die mittelgroße, fast schwarze Art, die ihren Namen auf Grund ihrer mopsartigen Schnauze trägt, ist in Österreich leider vom Aussterben bedroht. Im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Hufeisennasen ist die Mopsfledermaus nicht kälteempfindlich und kann auch in kalten Kellern, Stollen und Höhlen überwintern (Temperaturen etwa 2-5°C, fallweise bis -3°C). Die Sommerquartiere befinden sich nicht in Dachböden, da sie zu den baumlebenden Arten gehört. Hier bevorzugt sie Spalten in Rinden, aber auch Baumhöhlen. Ersatzweise werden auch Spalten an Gebäuden oder Quartiere hinter Fensterläden oder in Nistkästen angenommen.
Da die Mopsfledermaus wie bereits erwähnt zu den baumlebenden Fledermäusen gehört, bekommen die Weibchen meist zwei Junge pro Jahr.
Die Mopsfledermaus jagt in waldreichen Vorgebirgs- und Gebirgsregionen, aber auch in Ortschaften nach kleinen, zarten Insekten (Nachtfalter, Zweiflügler, kleine Käfer). Sie kann während des Jahres auch größere Wanderstrecken zurücklegen (bis max. 300 km).

Bei unseren jährlichen Winterkontrollen im Schwarzatal können wir erfreulicherweise immer ein bis zwei Mopsfledermäuse in einem relativ kalten Stollen antreffen.


Mopsfledermaus im Winterquartier

Steckbrief Mopsfledermaus:
Größe Kopf-Rumpf: 45-58 mm
Spannweite: 262-292 mm
Gewicht: 6-13,5 Gramm
Alter: bis zu 23 Jahren
Status: vom Aussterben bedroht

Ein großes Problem für alle baumlebenden Fledermäuse ist natürlich der derzeit verstärkt sichtbare Trend, alte Bäume zu fällen und dadurch die Quartiere der Tiere nachhaltig zu zerstören.

Sonntag, 11. Januar 2015

Die Kleine Hufeisennase - ein Portrait

Im Gegensatz zur Großen Hufeisennase ist die Kleine Hufeisennase in unserer Region noch relativ häufig anzutreffen, während sie zum Beispiel in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Wir kennen im Raum Hohe Wand - Flatzer Wand drei Wochenstuben, wo die Weibchen ihre Jungen (ein Junges pro Weibchen) zur Welt bringen und, genauso wichtig, ein paar intakte Winterquartiere.
Die Kleine Hufeisennase jagt in lichten Wäldern und Parks, in Strauchregionen bis zu einer Höhe von etwa fünf Metern. Sie jagt in schnellem, geschicktem Flug nach Mücken, kleinen Nachtschmetterlingen und Käfern.
Die Kleine Hufeisennase ist eine standorttreue Art, die sich während des ganzen Jahres in einem Umkreis von 5 bis 10 km bewegt. In diesem Umkreis müssen Sommerquartiere, Winterquartiere und entsprechende Jagdbiotope vorhanden sein, um das Überleben der Art zu sichern.
Die Sommerquartiere befinden sich in warmen Dachböden, die Winterquartiere in wärmeren Höhlen, Stollen und Kellern mit Temperaturen von 6 bis 9°C. Die Kleine Hufeisennase hängt in den Winterquartieren frei von der Decke und wickelt zum Schutz gegen Kälte ihre Flughaut um den Körper.

Kleine Hufeisennase im Winterquartier

Steckbrief der Kleinen Hufeisennase:
Gewicht: 5,6 bis 9 Gramm
Größe Kopf - Rumpf: 37 bis 45 mm
Spannweite: 192 bis 254 mm
Status: gefährdet

Kleine Hufeisennasen im Sommerquartier (Wochenstube)

Sonntag, 4. Januar 2015

Die Große Hufeisennase - ein Porträt

Die Große Hufeisennase ist eine von derzeit 29 Fledermausarten in Österreich. Gemeinsam mit der etwa halb so großen Kleinen Hufeisennase, die in unserer Gegend recht häufig anzutreffen ist, bildet sie in Österreich die Familie der Hufeisennasen.
Zum Unterschied der anderen in Österreich lebenden Fledermausarten stoßen die Hufeisennasen den zur Orientierung verwendeten Ultraschall durch die Nase aus. Leicht zu erkennen ist sie, da sie immer frei hängend anzutreffend ist und im Winterquartier zum Schutz gegen die Kälte ihre Flughäute um den Körper wickelt.
Die Hufeisennase bildet im Sommer Wochenstuben in Dachböden und überwintert in Höhlen oder Stollen, die zumindest 7°C warm sind.

Die Große Hufeisennase ist bei uns leider in die Kategorie "stark gefährdet" einzuordnen. So ist in ganz Österreich nur eine einzige Wochenstube (in der die Weibchen ihre Kinder bekommen) bekannt. Laut KFFÖ wurden bei allen im letzten Winter durchgeführten Fledermauskontrollen in ganz Niederösterreich nur 6 Große Hufeisennasen gefunden.

Umso bedeutsamer ist der Felsenkeller in Strelzhof, in dem wir seit vielen Jahren jeden Winter zumindest eine Große Hufeisennase zählen können. Zu unserer großen Freude konnten wir bei der diesjährigen Quartierkontrolle erstmals seit fünf Jahren wieder zwei dieser wundervollen Tiere sehen!

Der eher wärmere Felsenkeller (Temperatur etwa 10°C) ist natürlich ein ideales Winterquartier für die Hufeisennasen. So überwintern neben den beiden Großen heuer auch 20 Kleine Hufi´s dort.

Hier soll auch angemerkt werden, dass die Besitzer des Felsenkellers großes Verständnis für den Fledermausschutz aufbringen und dieses wertvolle Winterquartier somit als gesichert angesehen werden kann.


Große Hufeisennase im Winterquartier


Steckbrief der Großen Hufeisennase:
Gewicht: 17-34 Gramm
Spannweite: 350-400 mm
Körperlänge Kopf-Rumpf: 57-71 mm
Höchstalter: 30 Jahre
Biotop: Wärmere Gebiet mit lockerem Baum- und Buschbestand, stehenden oder fließenden Gewässern, auch in Ortschaften. Erbeutet größere Insekten (Maikäfer, Mistkäfer, Heuschrecken, Nachtfalter).
Schutzstatus: stark gefährdet
Schutz der Großen Hufeisennase: Schutz von Wochenstuben und Winterquartieren, Erhaltung der Nahrungsgrundlage (kein Insektizideinsatz, Gefahr der Vernichtung der großen Käfer durch Veränderungen in der Bodenbearbeitung der Landwirtschaft).

Sonntag, 31. August 2014

Die Weißstörche in Österreich

Der Weißstorch zählt zu den bedrohten Vogelarten Österreichs. Der Grund dafür liegt im Rückgang geeigneter Lebensräume. Der Weißsstorch braucht zur Futtersuche hauptsächlich Wiesen, darunter auch Feuchtwiesen. Die Zerstörung von Feuchtflächen oder die Aufgabe der Wiesenpflege (regelmäßige Mahd) führt zum Verlust von Futterwiesen für die Störche. Somit können immer weniger dieser wunderschönen Vögel Futter für ihre Jungen finden.

Nachstehend die von BirdLife Österreich erfassten Horstpaare im Jahr 2013 (die Würflacher Weißstörche sind in der Statistik ebenfalls erfasst!):

Burgenland: 129
Niederösterreich: 107
Steiermark: 93
Vorarlberg: 27
Oberösterreich: 7
Kärnten: 6
Salzburg: 1

Die Weißstörche brüten vorwiegend auf Schornsteinen oder anderen von Menschen geschaffenen hohen Bauwerken. Lediglich in Marchegg in Niederösterreich befindet sich eine auf Bäumen lebende Storchenkolonie.


Weißstorch in Marchegg (Foto: Internet)

Sonntag, 24. August 2014

Die Fledermäuse von Pottschach


Bei der im August 2014 durchgeführten Bestands- und Artenkontrolle durch das Fledermausteam von Netzwerk Natur NÖ Süd wurde festgestellt, dass sich im Dachstuhl der Pfarrkirche (4 Tiere) und im Dachstuhl des Pfarrhofs (18 Tiere) ein Sommerquartier der Kleinen Hufeisennase befindet.

Die Kleine Hufeisennase gehört zu den mittelgroßen Fledermausarten Österreichs (insgesamt gibt es in Österreich 29 Arten). Die Hufeisennasen sind gebäudelebende Fledermäuse, das heißt sie verbringen den Sommer vorwiegend in warmen, sauberen Dachböden. Die Weibchen sammeln sich in sogenannten Wochenstuben, wo sie ihre Jungen zur Welt bringen (ein Junges pro Fledermausmutter) und mit Muttermilch säugen. Den Winter verbringen die Hufeisennasen in frostsicheren, feuchten Höhlen, Stollen oder Kellern, wo sie eine Art Winterschlaf halten. Alle Fledermäuse stehen auf der Liste der gefährdeten Arten. Die Gründe dafür sind Quartierzerstörung (Verschließen von Einflugöffnungen, Verschütten von Stollen) und Umweltgifte.

Steckbrief Kleine Hufeisennase: Größe Kopf-Rumpf 37 - 45 mm, Spannweite 192 - 254 mm, Gewicht: 5,6 - 9 Gramm, ortstreu, Wanderung zwischen Sommer- und Winterquartier: 5 - 10 km, selten weiter.


Kleine Hufeisennase (Mutter (links) mit Kind)

Sonntag, 17. August 2014

Nachwuchs bei den Würflacher Weißstörchen

Es war im Jahr 1996, als erstmals in Würflach ein Storchenpaar einen Horst errichtete. Seither finden sich jährlich Weißstörche ein, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Mit wechselndem Erfolg, wie es in der Natur halt üblich ist:
So kamen 1997 alle drei und 2002 drei der fünf geschlüpften Jungstörche bei anhaltendem Regen und Sturm zu Tode.
Im Jahr 2003 war dann nur ein Weißstorch am Horst, somit auch kein Bruterfolg möglich.
In den beiden Jahren 2004 und 2005 war wieder ein Paar am Horst, trotz allem sind aber keine Jungvögel geschlüpft.
2006 wurde der einzige Jungvogel verletzt aufgefunden und von einem Tierarzt behandelt. Der Jungstorch musste in Österreich überwintern, über seinen weiteren Verbleib wissen wir leider nichts.
2009 war dann wieder nur ein einzelner Storch am Horst.
2012 wurde einer der vier Jungstörche aus dem Nest geschmissen, warum ist unklar.

Somit ist es immer wieder erfreulich, ausgeflogene Jungstörche bewundern zu können.

Heuer haben die Würflacher Weißstörche drei Junge, die bereits alle ausgeflogen sind und sich auf ihren Flug ins afrikanische Winterquartier vorbereiten. Der Abflug der Jungstörche in den warmen Süden findet in der zweiten Augusthälfte statt, die Altvögel folgen immer ein paar Tage später.


Die drei Jungstörche präsentieren sich

Na dann: Guten Flug!

Samstag, 12. Juli 2014

Die Großen Mausohren der Buckligen Welt


In der Buckligen Welt, historische Grenzregion zwischen Österreich und Ungarn, befinden sich einige interessante, aus dem Mittelalter stammende Wehrkirchen. Die riesigen Dachböden dieser Wehrkirchen bieten ideale Sommerquartiere für das Große Mausohr, die größte Fledermausart Österreichs. Im Sommerhalbjahr sammeln sich hier die Fledermausmütter in sogenannten Wochenstuben um ihre Jungen (ein Junges pro Fledermaus) zu gebären und zu säugen.

Seit 2003 machen wir jährliche Bestandskontrollen in dieser Region und es gibt dabei sehr interessante Entwicklungen:

So konnten wir zu Beginn in der Pfarrkirche Bromberg etwa 500, in der Pfarrkirche Thernberg etwa 170 Große Mausohren zählen. Die weitere Entwicklung gestaltete sich so, dass der Bestand in Bromberg leicht rückläufig und der in Thernberg stark steigend war.

Eine böse Überraschung haben wir dann vor drei Jahren erlebt, als in der Bromberger Kirche kein einziges Großes Mausohr mehr zu finden war. Da es aber keine baulichen Veränderungen gegeben hat, musste der dramatische Rückgang eine natürliche Ursache haben. Möglich, dass Parasitenbefall die Tiere zu einem Quartierwechsel veranlasst hat. Glücklicherweise waren im Folgejahr wieder 80 und im Jahr darauf wieder etwa 450 Fledermausmütter im Dachboden versammelt.

2013 wurden dann bauliche Maßnahmen in der Glockenstube notwendig. Durch unseren inzwischen guten Kontakt zur Pfarre, was ein positiver Effekt der jährlichen Kontrollen ist, wurden wir in die Planung eingebunden und der Umbau wurde absolut fledermausfreundlich durchgeführt. Trotz dieser vorbildlichen Umsetzung des Vorhabens konnten wir diesen Sommer wieder keine Großen Mausohren antreffen, während in Thernberg inzwischen etwa 900 Fledermausmütter ihre Jungen bekommen.

Abschließend sollte noch die Pfarrkirche Edlitz erwähnt werden, in der ebenfalls eine, wenn auch mit etwa 100 Tieren etwas kleinere, Wochenstube des Großen Mausohrs zu Hause ist.


Teil der Wochenstube des Großen Mausohrs




Großes Mausohr (Steckbrief):
Gewicht: 28-40 Gramm
Spannweite: 350-430 mm
Größe Kopf-Rumpf: 67-79 mm
Sommerquartiere: große, warme Dachböden
Winterquartiere: Höhlen, Stollen
 
 
 

Sonntag, 25. Mai 2014

Der Wachtelkönig ist zurück!

Der Wachtelkönig gehört zu den am stärksten bedrohten Vogelarten Österreichs.

Aus Erzählungen ist bekannt, dass der Wachtelkönig vor vielen Jahren im Gebiet zwischen Würflach und Gerasdorf gebrütet hat. Seit mindestens 20 Jahren konnte er jedoch nicht mehr nachgewiesen werden.

Zu unserer großen Freude konnten wir in den letzten Tagen, eigentlich eher Nächten, mehrmals einen Wachtelkönig im Gebiet St. Lorenzen / Mahrersdorf (Gemeindegebiet Ternitz) hören.

Steckbrief Wachtelkönig (Crex crex):
25-28 cm groß, dämmerungsaktiv, typisches Schnarren.
Biotop: Wiesen, Felder, Ödland
Fortpflanzung: Bodennest in dichtem Bewuchs, 7-12 Eier, Brutdauer 15-18 Tage, die Jungen sind nach etwa 35 Tagen flugfähig
Wanderungen: Zugvogel, Winterquartier im tropischen Afrika

Wachtelkönig (Foto aus dem Internet)


Der Wachtelkönig ist als Bodenbrüter von den geänderten Bearbeitungsweisen in der Landwirtschaft stark betroffen und seine Gelege sind durch die maschinelle Wiesenmahd stark gefährdet.
Uns ist bekannt, dass es für die Erhaltung des Wachtelkönigs entsprechende Fördermodelle (Anpassung von Mähterminen verbunden mit finanziellen Förderungen) gibt und wir hoffen, auch bei uns den Wachtelkönig mit Unterstützung der zuständigen Institutionen wieder nachhaltig ansiedeln zu können.

Montag, 21. April 2014

Der Anfang vom Ende? - Krötenzaunprojekt 2014

Seit 1996 errichten wir an der L4113 zwischen Würflach und Willendorf sowie an der B26 zwischen Willendorf und Gerasdorf Krötenzäune zum Schutz der Amphibien bei ihrer Wanderung zu den Laichgewässern.

Heuer war das mit Abstand schlechteste Jahr: an der L4113 konnten wir nur 96 Erdkröten, an der B26 gar nur mehr 71 Erdkröten zählen!

Natürlich wissen wir, dass nicht alle Erdkröten jedes Jahr ihre Laichgewässer aufsuchen. Natürlich war das heurige Jahr durch die anfangs kalten Nächte und die Trockenheit nicht grade das günstigste Krötenjahr. Aber im langjährigen Schnitt war es mit Abstand das schlechteste Krötenjahr.
Ist das der Anfang vom Ende der Erdkröten im Raum Würflach / Willendorf? Sterben auch hier demnächst diese einst so häufig vorkommenden Amphibien endgültig aus?

Wo könnten in unserem speziellen Fall die Ursachen liegen? Wie bereits in vorangegangenen posts notiert ist das Problem prinzipiell vielschichtig: Verlust von Feuchtlebensräumen, Verlust von Laichgewässern, Straßenverkehr, Zersiedelung der Wanderrouten (Zaunsockellabyrinthe). In unserem speziellen Fall haben sich die Feuchtflächen in ihrer Qualität auch verschlechtert, sind aber trotz allem noch vorhanden (Feuchtflächen bei Willendorf, Dörfles, St.Egyden). Es gibt einige intakte Laichgewässer in diesem Bereich (der Fischbesatz in diesen sollte nicht der Grund für das Aussterben der Erdkröten sein). So wird in unserem Fall doch der Straßenverkehr der Hauptgrund für den Rückgang der Population sein. Das Aufstellen der Krötenzäune zur Absicherung der Laichwanderung kann natürlich nur genau diesen Teil der Gefährdung abdecken und die Reproduktion halbwegs absichern. Aber sowohl die adulten als auch die jungen Erdkröten müssen ja während des Jahres auch wieder zurück über die stark befahrenen Straßen. Die Chancen, Straßen wie die B26 lebend zu überqueren sind jedoch nicht sehr hoch (eine junge Erdkröte ist gerade einmal so groß wie ein Daumennagel).

Ja, soweit die Überlegungen zur Ursache des Amphibiendesasters in Würflach / Willendorf.

Wäre da nicht das Jahr 2011, das mit seinem extrem guten Ergebnis (495 Erdkröten an der L4113 / 364 Erdkröten an der B26) noch die Hoffnung auf eine Besserung der Bestandzahlen nährt, müssten wir sicher von einem unmittelbar bevorstehendem Aussterben der Erdkröten ausgehen. So bleibt vielleicht noch eine geringe Zahl von Jahren, dies zu verhindern. Dazu wäre es aber notwendig, dass die zuständigen Behörden endlich reagieren und Maßnahmen setzen!

Eine notwendige Maßnahme wäre die Absicherung zumindest der B26 durch die Installation permanenter Amphibienleitsysteme an beiden Straßenseiten, um auch die Rückwanderung der adulten Tiere sowie die Abwanderung der Jungtiere zu sichern!
Eine andere notwendige Maßnahme wäre, bei weiterer Bebauung im Bereich Weinweg / Klammweg seitens der Baubehörde ein Verbot der Errichtung von Zaunsockeln zu veranlassen, um die Durchgängigkeit der Wanderstrecken sicher zu stellen!

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber rasches Handeln und die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen sind wohl Voraussetzung für den Erhalt der Amphibien, speziell der Erdkröten, in unserer Region!


19 Jahre Krötenzaunaktion - hoffentlich nicht umsonst



Sollten wir nicht alles daransetzen, die Erdkröten vor dem Aussterben zu bewahren?
 





Samstag, 29. März 2014

Chancenlos - Amphibien in Hettmannsdorf

1996 haben wir mit unserem Amphibienschutzprojekt begonnen. Mitten im Ortsgebiet von Hettmannsdorf, bei der Rückert-Villa, überquerten Erdkröten, Springfrösche und Grasfrösche die L4113 auf ihrem Weg vom Hettmannsdorfer Wald (Winterquartier) zum Reiterer-Teich (Laichgewässer). An der etwa 60 Meter langen Stelle haben wir Krötenzäune errichtet und betreut.

Aufbau von 60 m Krötenzaun in Hettmannsdorf  (Foto: 1996)

Erdkrötenweibchen am Krötenzaun

Um auch das Laichgewässer optimal zu gestalten, ist es uns gelungen, dieses zu pachten und als Naturteich zu erhalten. Wir haben hier sogar eine schilfbewachsene Flachwasserzone geschaffen und den zu hohen Fischbestand durch die Umsiedelung von Fischen reduziert.



Der Reiterer-Teich, ein ideales Laichgewässer 

Doch trotz all dieser Bemühungen ist der Bestand der am Krötenzaun gezählten Erdkröten von anfangs 70 Tieren ständig gesunken. Im Jahr 2003 waren dann nur mehr 4 Erdkröten übrig, so dass das Kötenzaunprojekt abgebrochen wurde.

Mit Unterstützung eines Ökologen haben wir die Situation dann analysiert und festgestellt, dass die Verbauung des Gebietes am Heuweg und in der Badgasse die Hauptursache für das Aussterben der Amphibien war. Bei der Bebauung des Gebiets wurden unzählige Zaunsockel errichtet, die für Frösche und Kröten ein unüberwindliches Labyrinth darstellen und den Tieren das Auffinden des Laichgewässers kaum mehr ermöglicht haben. 2013 konnte im Reiterer-Teich keine einzige Krötenlaichschnur mehr vorgefunden werden!

So sind die Hettmannsdorfer Erdkröten trotz Krötenzaunaktion und optimalem Laichgewässer heute praktisch ausgestorben - ein großer Verlust für die natürliche Artenvielfalt in einer ländlichen Gemeinde.

Dies sollten wir zum Anlass nehmen, überall dort, wo noch entsprechende Amphibienpopulationen vorhanden sind, alles zu unternehmen, diese gefährdeten Tiere durch das Setzen entsprechender Maßnahmen langfristig zu erhalten! Dabei sind, wie das traurige Beispiel in Hettmannsdorf zeigt, alle Aspekte zu berücksichtigen: Erhaltung der Lebensräume (wie Feuchtflächen und naturnahe Gärten), Erhaltung der Laichgewässer,  Durchgängigkeit der Wanderstrecken sowie die Sicherung der Straßenquerungen!






Sonntag, 23. März 2014

Neue Tümpel für unsere Amphibien

Wie bereits erwähnt sind die Amphibien ja durch mehrere negative Faktoren an den Rand des Aussterbens gerückt. Neben dem Straßenverkehr, durch den jährlich unzählige Kröten und Frösche ums Leben kommen, spielt auch der Verlust von Feuchtlebensräumen eine große Rolle!

Dem Verschwinden von alten "Krotenlacken" kann man aber zum Teil durch die Neuanlage von Tümpeln und Teichen entgegenwirken. Während die Erdkröten in erster Linie zu ihren Geburtsgewässern (meist größeren Teichen) wandern um sich dort fortzupflanzen, nehmen Wechselkröten und Frösche gerne auch neu geschaffene, kleinere Gewässer zur Eiablage an.

Durch die Schaffung von neuen Teichen und Tümpeln kann man diesen Tieren durchaus eine neue Möglichkeit zur Reproduktion bieten. Das ist aber nur dann zielführend, wenn diese neu geschaffenen Gewässer auch natürlich angelegt sind und nicht etwa durch Fischbesatz den Kaulquappen keine Überlebenschancen lassen!


Der neu geschaffene Haslauer-Teich am Runzengraben
 

Zwischen Würflach und Gerasdorf ist es uns in den letzten Jahren gelungen, entlang des so genannten Runzengrabens zwei Tümpel anzulegen, die nun für Frösche und auch Kröten kleine Laichgewässer bilden.

Der Hofer-Teich, ebenfalls am Runzengraben neu errichtet
 

Wir hoffen, mit diesen beiden Tümpeln einen kleinen Beitrag zum Amphibienschutz leisten zu können und würden uns freuen, wenn dies als Vorbild für andere Neuanlagen dienen würde.
Natürlich spielen neben den Laichgewässern auch andere Landschaftselemente, wie schilfbewachsene Wassergräben, eine wichtige Rolle im Amphibienschutz. Sie geben der Kulturlandschaft Strukturen und Leitlinien, die von den Tieren angenommen und genutzt werden.

Sonntag, 16. März 2014

Krötenzaunprojekt Würflach

Bereits 1996 haben wir an der L4113 zwischen Würflach und Willendorf mit dem Aufstellen von Krötenzäunen begonnen. Anfangs waren es nur 200 Meter, die wir dann innerhalb von 3 Jahren auf die heutige Länge von 500 Metern erweitert haben.
Ab 1997 wurden auch an der B26 zwischen Willendorf und Gerasdorf Krötenzäune errichtet, anfangs ebenfalls nur 200 Meter; heute sind es immerhin 700 Meter!

Die Würflacher Kröten (eigentlich sind es ja hauptsächlich Willendorfer Kröten; aber Naturschutz kennt keine Grenzen, schon gar keine Gemeindegrenzen!) haben es besonders schwer auf ihrem Weg zum Laichgewässer, denn sie müssen gleich zwei stark befahrene Straßen überqueren, die L4113 und die B26.

Die Krötenzäune an der L4113 und an der B26 (orange Farbe)

Wie hat sich die Errichtung der Krötenzäune im Laufe der Jahre ausgewirkt?

Wenn man an den Beginn im Jahr 1996 zurückdenkt, so hat man noch die Bilder vor Augen, wo in den Krötennächten an allen Ecken und Enden Erdkröten versucht haben, die Straßen zu überqueren. Am damals mit 200 Metern noch sehr kurzen Zaun wurden 129 Erdkröten "gefangen" und sicher über die Straße getragen (im Vergleich: 2009 haben wir exakt die gleiche Zahl auf 500 Metern Krötenzaun gezählt!).
Trotz des hohen Engagements sind die Bestandszahlen Jahr für Jahr gleichmäßig abgesunken. So haben wir vergleichbare Zahlen von 1999 mit 329 Erdkröten und von 2004 mit 111 Erdkröten.
Doch unsere Hartnäckigkeit wurde ab 2005 belohnt: die Bestände haben sich erfreulicherweise auf niedrigem Niveau stabilisiert und vereinzelt durften wir uns sogar über besonders gute Jahre freuen.

Alle Jahre wieder: Aufbau von 700 Metern Krötenzaun an der B26

Die Belohnung für all die Mühe: wieder eine Erdkröte in Sicherheit

Abschließend kann gesagt werden: ohne die Würflacher Krötenzaunaktion wären die Erdkröten hier schon ausgestorben. So besteht weiterhin die Chance, diese nützlichen Tiere auch für die nächsten Generationen zu erhalten.
Wie bereits in einem der letzten posts erwähnt ist die Sicherung besonders gefährlicher Straßenabschnitte nur ein Faktor im Amphibienschutz. Bleibt zu hoffen, dass unsere Gesellschaft rechtzeitig erkennt, dass die Erhaltung der Amphibien ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt ist und entsprechende Maßnahmen gesetzt werden!

Dienstag, 11. März 2014

Schutzmaßnahme Krötenzaun

Wie im letzten post dargestellt gibt es zwei große Problemfelder im Amphibienschutz: der Verlust der natürlichen Lebensräume (Feuchtflächen, Laichgewässer) sowie die Bedrohung durch den Straßenverkehr.
Betrachten wir einmal das Thema Straßenverkehr: Bei der Wanderung zu den Laichgewässern müssen die Kröten, Frösche, Unken und Molche immer mehr und immer stärker befahrene Straßen überqueren. Wobei die Überquerung der Straßen doch eine gewisse Zeit dauert, da die Tiere die Gefahr durch den Straßenverkehr nicht kennen und teilweise sogar auf dem Asphalt sitzenbleiben.
Zusätzlich werden die Tiere, die nicht direkt unter die Räder gelangen, durch den Druckunterschied zerfetzt der entsteht, wenn ein Fahrzeug mit 30 km/h oder mehr über sie hinwegrollt.

Was tun?

Für Dorffeste und ähnliche Veranstaltungen werden zwar ganze Straßenabschnitte gesperrt, für den Schutz der Amphibien während der wenigen Nächte der intensiven Laichwanderung ist so etwas aber undenkbar. Die Installation von fixen Amphibienleitsystemen entlang der betroffenen Straßenabschnitte kommt offensichtlich auch zu teuer (in Niederösterreich gibt es davon ein oder zwei). Wollen wir auf solche Lösungen warten, werden die Amphibien bis dahin wohl ausgestorben sein!

Bleibt nur die Eigeninitiative!

Durch die Errichtung von Krötenzäunen entlang der betroffenen Straßenabschnitte werden die Tiere gehindert, auf die Fahrbahn zu gelangen. Die Amphibien suchen den Krötenzaun entlang eine Möglichkeit, das Hindernis zu überwinden. Alle 20 Meter aber sind erdgleich Kübel eingegraben, in die die Tiere dann fallen.


Aufstellen von 700 m Krötenzaun an der B26


Zeitig in der Früh (auf stark betroffenen Abschnitten oder an stark frequentierten Tagen auch spät abends) werden dann von freiwilligen Helfern die Tiere aus den Kübeln genommen und über die Straße gebracht, wo sie ihre Laichwanderung fortsetzen können.


Eine Erdkröte wird über die Straße gebracht



Im Bereich der Gemeinden Würflach und Willendorf werden an der L4113 und der B26 bereits seit vielen Jahren Krötenzäune errichtet. Über die Erfahrungen mit diesen Amphibienstrecken gibt's mehr im nächsten post.




Sonntag, 9. März 2014

Vom langsamen Sterben der Amphibien

Seit tausenden von Jahren leben Amphibien (Kröten, Frösche, Unken, Molche und Salamander) in unserer Natur- und Kulturlandschaft. Noch als Kind, vor etwa 45 Jahren also, konnte ich dort, wo heute keine einzige Erdkröte mehr zu finden ist, fasziniert die Wanderung hunderter dieser Tiere zu ihren Laichgewässern beobachten. Keine Rede von bedrohten Amphibien. Heute sieht die Situation ganz anders aus: alle Amphibienarten stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten!

Wie konnte es soweit kommen?

Schauen wir uns als Beispiel die Lebensweise der Erdkröte an:
Sie überwintert, frostsicher vergraben, in ihrem Winterquartier (wie zum Beispiel im Wald). Zu Beginn des Frühlings wandern die Tiere oft einige Kilometer, um zu dem Gewässer zu gelangen, in dem sie selbst einst zur Welt gekommen sind. Zum Teil finden sich Männchen und Weibchen schon unterwegs zu Pärchen zusammen, wobei dann das wesentlich größere Weibchen sein Männchen huckepack bis zum Laichgewässer trägt. Dort angekommen, wickelt das Weibchen ihre, einer schwarzen Perlenkette gleichenden Laichschnüre im Wasser um Äste, Gräser oder Schilfhalme, während das Männchen währenddessen den Laich befruchtet. Die erwachsenen Tiere verlassen dann meist das Gewässer, um sich in ihre Sommerquartiere (wie zum Beispiel Gärten) zu begeben, während aus dem Krötenlaich Kaulquappen schlüpfen, die bis zum Sommer im Gewässer leben und dort zu fertigen Erdkröten heranreifen. Einmal fertig, verlassen auch die Jungtiere das Gewässer um an Land weiterzuleben. Etwa im September beginnt dann die Rückwanderung zum Winterquartier.


Laichgewässer
 

Was hat sich nun geändert in den letzten Jahrzehnten?

Viele Laichgewässer gibt es nicht mehr, viele der so genannte "Krotenlacken" wurden zugeschüttet. In anderen Amphibienlaichgewässern wurde mit intensiver Fischzucht begonnen, was zur Folge hat, dass die Kaulquappen kaum überleben können. Feuchtlebensräume (wie Feuchtwiesen) wurden durch Drainagen trockengelegt und haben als Amphibienlebensraum stark eingebüßt. Und, da das offensichtlich noch nicht reicht, zerschneiden Straßen die Routen der jährlichen Wanderung zum Laichgewässer. Durch den zunehmenden Straßenverkehr werden beim Überqueren der Fahrbahn jährlich unzählige Tiere zu Tode gefahren, bevor sie sich reproduzieren können.

Erdkröte am Weg zum Laichgewässer
 
So muss leider festgestellt werden, dass der Mensch die Schuld am langsamen Tod der Amphibien trägt. Es ist also höchste Zeit, das Aussterben einer ganzen Gruppe von Lebewesen zu verhindern und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten!

Und nun noch ein erfreulicher letzter Satz: es gibt sehr wohl Möglichkeiten, die Amphibien vor dem Aussterben zu bewahren. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag!










Sonntag, 16. Februar 2014

Der St. Johann - Stollen

Wie bereits erwähnt bilden die Stollen, die gegen Ende des 2. Weltkriegs errichtet wurden, heute zum Teil wichtige Fledermaus-Winterquartiere.

So auch der St.Johann - Stollen im Gemeindegebiet Ternitz am Fuße des Gfieders. Dieser Stollen wurde als besonders wertvolles Fledermausquartier sogar als NATURA 2000 - Objekt deklariert. NATURA 2000 - Objekte sind Objekte, die gemäß den Richtlinien der Europäischen Union zum Erhalt bedrohter Arten unter Schutz gestellt wurden.

Im Stollensystem mit einer Gesamtlänge von etwa 600 Metern haben im Jahr 2000 folgende Fledermausarten überwintert:
1 Große Hufeisennase, 19 Kleine Hufeisennasen, 1 Wimpernfledermaus, 1 Fransenfledermaus und 1 Braunes Langohr.
An Hand dieser Auflistung erkennt man schon die Wichtigkeit des Stollens, vor allem wegen der Artenvielfalt und auch auf Grund des Vorhandenseins der vom Aussterben bedrohten Großen Hufeisennase.

Die Kontrollen 2002 und 2003 brachten ähnliche Ergebnisse, wobei 2003 sogar zwei Große Hufeisennasen hier überwintert haben.

Noch vor dem Winter 2003/2004 wurde dann in einer unglaublichen Aktion das NATURA 2000 - Objekt von der BIG verfüllt und lediglich ein Reststück des Stollens von maximal 20 Metern übrig gelassen. Dieses Stück Stollen wurde mit einer Metalltür versehen und versperrt.

Seit dieser Zeit versuchen wir, Zugang zu diesem kleinen Rest des Stollens zu erlangen, was uns erst heuer möglich wurde. Die Befürchtungen, dass das Winterquartier zerstört wurde, hat sich annähend bestätigt: in dem kurzen Reststollen konnten wir 5 Kleine Hufeisennasen zählen.


Der Eingang zum Rest des St. Johann - Stollens