Sonntag, 18. Januar 2015

Vom Aussterben bedroht - die Mopsfledermaus

Die mittelgroße, fast schwarze Art, die ihren Namen auf Grund ihrer mopsartigen Schnauze trägt, ist in Österreich leider vom Aussterben bedroht. Im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Hufeisennasen ist die Mopsfledermaus nicht kälteempfindlich und kann auch in kalten Kellern, Stollen und Höhlen überwintern (Temperaturen etwa 2-5°C, fallweise bis -3°C). Die Sommerquartiere befinden sich nicht in Dachböden, da sie zu den baumlebenden Arten gehört. Hier bevorzugt sie Spalten in Rinden, aber auch Baumhöhlen. Ersatzweise werden auch Spalten an Gebäuden oder Quartiere hinter Fensterläden oder in Nistkästen angenommen.
Da die Mopsfledermaus wie bereits erwähnt zu den baumlebenden Fledermäusen gehört, bekommen die Weibchen meist zwei Junge pro Jahr.
Die Mopsfledermaus jagt in waldreichen Vorgebirgs- und Gebirgsregionen, aber auch in Ortschaften nach kleinen, zarten Insekten (Nachtfalter, Zweiflügler, kleine Käfer). Sie kann während des Jahres auch größere Wanderstrecken zurücklegen (bis max. 300 km).

Bei unseren jährlichen Winterkontrollen im Schwarzatal können wir erfreulicherweise immer ein bis zwei Mopsfledermäuse in einem relativ kalten Stollen antreffen.


Mopsfledermaus im Winterquartier

Steckbrief Mopsfledermaus:
Größe Kopf-Rumpf: 45-58 mm
Spannweite: 262-292 mm
Gewicht: 6-13,5 Gramm
Alter: bis zu 23 Jahren
Status: vom Aussterben bedroht

Ein großes Problem für alle baumlebenden Fledermäuse ist natürlich der derzeit verstärkt sichtbare Trend, alte Bäume zu fällen und dadurch die Quartiere der Tiere nachhaltig zu zerstören.

Sonntag, 11. Januar 2015

Die Kleine Hufeisennase - ein Portrait

Im Gegensatz zur Großen Hufeisennase ist die Kleine Hufeisennase in unserer Region noch relativ häufig anzutreffen, während sie zum Beispiel in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Wir kennen im Raum Hohe Wand - Flatzer Wand drei Wochenstuben, wo die Weibchen ihre Jungen (ein Junges pro Weibchen) zur Welt bringen und, genauso wichtig, ein paar intakte Winterquartiere.
Die Kleine Hufeisennase jagt in lichten Wäldern und Parks, in Strauchregionen bis zu einer Höhe von etwa fünf Metern. Sie jagt in schnellem, geschicktem Flug nach Mücken, kleinen Nachtschmetterlingen und Käfern.
Die Kleine Hufeisennase ist eine standorttreue Art, die sich während des ganzen Jahres in einem Umkreis von 5 bis 10 km bewegt. In diesem Umkreis müssen Sommerquartiere, Winterquartiere und entsprechende Jagdbiotope vorhanden sein, um das Überleben der Art zu sichern.
Die Sommerquartiere befinden sich in warmen Dachböden, die Winterquartiere in wärmeren Höhlen, Stollen und Kellern mit Temperaturen von 6 bis 9°C. Die Kleine Hufeisennase hängt in den Winterquartieren frei von der Decke und wickelt zum Schutz gegen Kälte ihre Flughaut um den Körper.

Kleine Hufeisennase im Winterquartier

Steckbrief der Kleinen Hufeisennase:
Gewicht: 5,6 bis 9 Gramm
Größe Kopf - Rumpf: 37 bis 45 mm
Spannweite: 192 bis 254 mm
Status: gefährdet

Kleine Hufeisennasen im Sommerquartier (Wochenstube)

Sonntag, 4. Januar 2015

Die Große Hufeisennase - ein Porträt

Die Große Hufeisennase ist eine von derzeit 29 Fledermausarten in Österreich. Gemeinsam mit der etwa halb so großen Kleinen Hufeisennase, die in unserer Gegend recht häufig anzutreffen ist, bildet sie in Österreich die Familie der Hufeisennasen.
Zum Unterschied der anderen in Österreich lebenden Fledermausarten stoßen die Hufeisennasen den zur Orientierung verwendeten Ultraschall durch die Nase aus. Leicht zu erkennen ist sie, da sie immer frei hängend anzutreffend ist und im Winterquartier zum Schutz gegen die Kälte ihre Flughäute um den Körper wickelt.
Die Hufeisennase bildet im Sommer Wochenstuben in Dachböden und überwintert in Höhlen oder Stollen, die zumindest 7°C warm sind.

Die Große Hufeisennase ist bei uns leider in die Kategorie "stark gefährdet" einzuordnen. So ist in ganz Österreich nur eine einzige Wochenstube (in der die Weibchen ihre Kinder bekommen) bekannt. Laut KFFÖ wurden bei allen im letzten Winter durchgeführten Fledermauskontrollen in ganz Niederösterreich nur 6 Große Hufeisennasen gefunden.

Umso bedeutsamer ist der Felsenkeller in Strelzhof, in dem wir seit vielen Jahren jeden Winter zumindest eine Große Hufeisennase zählen können. Zu unserer großen Freude konnten wir bei der diesjährigen Quartierkontrolle erstmals seit fünf Jahren wieder zwei dieser wundervollen Tiere sehen!

Der eher wärmere Felsenkeller (Temperatur etwa 10°C) ist natürlich ein ideales Winterquartier für die Hufeisennasen. So überwintern neben den beiden Großen heuer auch 20 Kleine Hufi´s dort.

Hier soll auch angemerkt werden, dass die Besitzer des Felsenkellers großes Verständnis für den Fledermausschutz aufbringen und dieses wertvolle Winterquartier somit als gesichert angesehen werden kann.


Große Hufeisennase im Winterquartier


Steckbrief der Großen Hufeisennase:
Gewicht: 17-34 Gramm
Spannweite: 350-400 mm
Körperlänge Kopf-Rumpf: 57-71 mm
Höchstalter: 30 Jahre
Biotop: Wärmere Gebiet mit lockerem Baum- und Buschbestand, stehenden oder fließenden Gewässern, auch in Ortschaften. Erbeutet größere Insekten (Maikäfer, Mistkäfer, Heuschrecken, Nachtfalter).
Schutzstatus: stark gefährdet
Schutz der Großen Hufeisennase: Schutz von Wochenstuben und Winterquartieren, Erhaltung der Nahrungsgrundlage (kein Insektizideinsatz, Gefahr der Vernichtung der großen Käfer durch Veränderungen in der Bodenbearbeitung der Landwirtschaft).

Sonntag, 31. August 2014

Die Weißstörche in Österreich

Der Weißstorch zählt zu den bedrohten Vogelarten Österreichs. Der Grund dafür liegt im Rückgang geeigneter Lebensräume. Der Weißsstorch braucht zur Futtersuche hauptsächlich Wiesen, darunter auch Feuchtwiesen. Die Zerstörung von Feuchtflächen oder die Aufgabe der Wiesenpflege (regelmäßige Mahd) führt zum Verlust von Futterwiesen für die Störche. Somit können immer weniger dieser wunderschönen Vögel Futter für ihre Jungen finden.

Nachstehend die von BirdLife Österreich erfassten Horstpaare im Jahr 2013 (die Würflacher Weißstörche sind in der Statistik ebenfalls erfasst!):

Burgenland: 129
Niederösterreich: 107
Steiermark: 93
Vorarlberg: 27
Oberösterreich: 7
Kärnten: 6
Salzburg: 1

Die Weißstörche brüten vorwiegend auf Schornsteinen oder anderen von Menschen geschaffenen hohen Bauwerken. Lediglich in Marchegg in Niederösterreich befindet sich eine auf Bäumen lebende Storchenkolonie.


Weißstorch in Marchegg (Foto: Internet)

Sonntag, 24. August 2014

Die Fledermäuse von Pottschach


Bei der im August 2014 durchgeführten Bestands- und Artenkontrolle durch das Fledermausteam von Netzwerk Natur NÖ Süd wurde festgestellt, dass sich im Dachstuhl der Pfarrkirche (4 Tiere) und im Dachstuhl des Pfarrhofs (18 Tiere) ein Sommerquartier der Kleinen Hufeisennase befindet.

Die Kleine Hufeisennase gehört zu den mittelgroßen Fledermausarten Österreichs (insgesamt gibt es in Österreich 29 Arten). Die Hufeisennasen sind gebäudelebende Fledermäuse, das heißt sie verbringen den Sommer vorwiegend in warmen, sauberen Dachböden. Die Weibchen sammeln sich in sogenannten Wochenstuben, wo sie ihre Jungen zur Welt bringen (ein Junges pro Fledermausmutter) und mit Muttermilch säugen. Den Winter verbringen die Hufeisennasen in frostsicheren, feuchten Höhlen, Stollen oder Kellern, wo sie eine Art Winterschlaf halten. Alle Fledermäuse stehen auf der Liste der gefährdeten Arten. Die Gründe dafür sind Quartierzerstörung (Verschließen von Einflugöffnungen, Verschütten von Stollen) und Umweltgifte.

Steckbrief Kleine Hufeisennase: Größe Kopf-Rumpf 37 - 45 mm, Spannweite 192 - 254 mm, Gewicht: 5,6 - 9 Gramm, ortstreu, Wanderung zwischen Sommer- und Winterquartier: 5 - 10 km, selten weiter.


Kleine Hufeisennase (Mutter (links) mit Kind)

Sonntag, 17. August 2014

Nachwuchs bei den Würflacher Weißstörchen

Es war im Jahr 1996, als erstmals in Würflach ein Storchenpaar einen Horst errichtete. Seither finden sich jährlich Weißstörche ein, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Mit wechselndem Erfolg, wie es in der Natur halt üblich ist:
So kamen 1997 alle drei und 2002 drei der fünf geschlüpften Jungstörche bei anhaltendem Regen und Sturm zu Tode.
Im Jahr 2003 war dann nur ein Weißstorch am Horst, somit auch kein Bruterfolg möglich.
In den beiden Jahren 2004 und 2005 war wieder ein Paar am Horst, trotz allem sind aber keine Jungvögel geschlüpft.
2006 wurde der einzige Jungvogel verletzt aufgefunden und von einem Tierarzt behandelt. Der Jungstorch musste in Österreich überwintern, über seinen weiteren Verbleib wissen wir leider nichts.
2009 war dann wieder nur ein einzelner Storch am Horst.
2012 wurde einer der vier Jungstörche aus dem Nest geschmissen, warum ist unklar.

Somit ist es immer wieder erfreulich, ausgeflogene Jungstörche bewundern zu können.

Heuer haben die Würflacher Weißstörche drei Junge, die bereits alle ausgeflogen sind und sich auf ihren Flug ins afrikanische Winterquartier vorbereiten. Der Abflug der Jungstörche in den warmen Süden findet in der zweiten Augusthälfte statt, die Altvögel folgen immer ein paar Tage später.


Die drei Jungstörche präsentieren sich

Na dann: Guten Flug!

Samstag, 12. Juli 2014

Die Großen Mausohren der Buckligen Welt


In der Buckligen Welt, historische Grenzregion zwischen Österreich und Ungarn, befinden sich einige interessante, aus dem Mittelalter stammende Wehrkirchen. Die riesigen Dachböden dieser Wehrkirchen bieten ideale Sommerquartiere für das Große Mausohr, die größte Fledermausart Österreichs. Im Sommerhalbjahr sammeln sich hier die Fledermausmütter in sogenannten Wochenstuben um ihre Jungen (ein Junges pro Fledermaus) zu gebären und zu säugen.

Seit 2003 machen wir jährliche Bestandskontrollen in dieser Region und es gibt dabei sehr interessante Entwicklungen:

So konnten wir zu Beginn in der Pfarrkirche Bromberg etwa 500, in der Pfarrkirche Thernberg etwa 170 Große Mausohren zählen. Die weitere Entwicklung gestaltete sich so, dass der Bestand in Bromberg leicht rückläufig und der in Thernberg stark steigend war.

Eine böse Überraschung haben wir dann vor drei Jahren erlebt, als in der Bromberger Kirche kein einziges Großes Mausohr mehr zu finden war. Da es aber keine baulichen Veränderungen gegeben hat, musste der dramatische Rückgang eine natürliche Ursache haben. Möglich, dass Parasitenbefall die Tiere zu einem Quartierwechsel veranlasst hat. Glücklicherweise waren im Folgejahr wieder 80 und im Jahr darauf wieder etwa 450 Fledermausmütter im Dachboden versammelt.

2013 wurden dann bauliche Maßnahmen in der Glockenstube notwendig. Durch unseren inzwischen guten Kontakt zur Pfarre, was ein positiver Effekt der jährlichen Kontrollen ist, wurden wir in die Planung eingebunden und der Umbau wurde absolut fledermausfreundlich durchgeführt. Trotz dieser vorbildlichen Umsetzung des Vorhabens konnten wir diesen Sommer wieder keine Großen Mausohren antreffen, während in Thernberg inzwischen etwa 900 Fledermausmütter ihre Jungen bekommen.

Abschließend sollte noch die Pfarrkirche Edlitz erwähnt werden, in der ebenfalls eine, wenn auch mit etwa 100 Tieren etwas kleinere, Wochenstube des Großen Mausohrs zu Hause ist.


Teil der Wochenstube des Großen Mausohrs




Großes Mausohr (Steckbrief):
Gewicht: 28-40 Gramm
Spannweite: 350-430 mm
Größe Kopf-Rumpf: 67-79 mm
Sommerquartiere: große, warme Dachböden
Winterquartiere: Höhlen, Stollen